2023 Clubabend 08.12.

 

Wie üblich fand der letzte Vereinsabend des Jahres in weihnachtlicher Atmosphäre statt. Stefan hatte Weihnachtsgebäck und Lebkuchen besorgt. Der offizielle Teil war relativ kurz. Ernst fragte nach dem Termin der Ausstellung  in Wilnsdorf, der sonst immer im Dezember bekannt gegeben wurde. Uwe hat sich inzwischen erkundigt und im Modellboard wird gemeldet, daß die Ausstellung 2024 leider ausfallen wird. Außerdem wurden wir am 14.12. von den Modellbaufreunden Siegen per Email informiert, daß die Ausstellung 2024 nicht stattfinden wird. Schade.

Der Schwerpunkt des mitgebrachten Plastiks lag auf Sci Fi. Peter konnte seine neuesten Wargames Figuren, Robert Gundam Bausätze und Uwe MechatroWeGos Gehzeuge präsentieren.

Zunächst zeigte uns Peter eine Serie umgebauter Katachaner in 1:56, die er im Internet günstig erwerben konnte. Diese Figuren sind umgebaut und bereits bemalt. Es sind einige der wenigen weiblichen Dschungelkämpferinnen, die Peter bis jetzt finden konnte. Die Katachaner haben wegen ihres Kampfraumes im Dschungel keine Panzer oder schwere Waffen aber eine Vielzahl an speziellen Infanteriewaffen, Lasergewehre, Flammenwerfer und Minen, sowie Kettensägen, die den Figuren auch beiliegen. An dieser Stelle konnte er uns auch von der Nützlichkeit von Schminkpinseln bei der Säuberung von Miniaturen überzeugen. Vor allem Staub läßt sich damit schonend entfernen. Diese Pinsel gibt es in den Kosmetikabteilungen von Drogeriemärkten aber auch ab und zu im Sonderangebot bei Aldi oder Lidl. Außerdem hatte er mehrere 3d Drucke dabei, die vor allem von Pascal kritisch begutachtet wurden. Er fand die Drucke sehr gut gelungen. Einige müssen noch von ihren Support Säulen gelöst werden. Hier riet ihm Pascal, die Drucke in heißem Wasser zu  erwärmen, bevor er die Säulen entfernt.

 

 

 

 

Ernst hatte wieder einmal beim Aviation Megastore in Amsterdam bestellt. Bis 26. November gab es viele Sonderangebote im Rahmen einer Black Fryday Aktion. Vor allem die sonst überteuerten Airliner Kits von Eastern Express sollten nur noch den halben Preis oder weniger kosten. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind Bausätze dieser russischen Firma kaum noch zu bekommen. Wahrscheinlich ist Eastern Express Opfer seines internationalen Geschäftsmodells: Formen und Spritzlinge aus der Ukraine, Decals aus England fielen aus und so hat Eastern Express seit Februar 2022 keine geplante Neuheit mehr herausgebracht und in West Europa wurde auch nichts nachgeliefert. Allerdings wurden einige geplante EE Neuheiten wie die DC8 oder Trident von der Ukrainischen Firma Xscale zu vernünftigen Preisen herausgebracht. Ernst hatte mit der Handley Page Dart Herald in 1:144 ein Modell aus dem Sonderangebot dabei. Die Entwicklung der HP Herald begann in den 50er Jahren. Auch dieses Flugzeug war gedacht, die DC3 und C47 bei den Airlines zu ersetzen. Erst mit dem Antrieb durch Rolls Royce Dart Propellerturbinen wurde das Modell konkurrenzfähig. Tatsächlich kamen Dart  Heralds bei einigen britischen Regionalairlines zum Einsatz und die malaysische Luftwaffe bestellte 8 Exemplare. Insgesamt wurden 50Stück produziert. Die Konkurrenzmuster Fokker F27 und Hawker Siddeley  748 erwiesen sich in Anschaffung und  Unterhalt günstiger.

Das Modell war mit fast 60€ absolut überteuert, aber auch die 29€ im Sonderangebot eigentlich nicht wert. Es ist eben das einzige Spritzgußmodell dieses Typs in 1:144 (1:72 Frog/Novo etc.). Zunächst fällt auf, daß es keine Klarsichtteile gibt. Selbst das Cockpit soll mit Decals dargestellt werden, obwohl es eine Inneneinrichtung unter den Teilen gibt. In den Tragflächen sind Aussparungen für Positionslichter und Landescheinwerfer, die aber nicht beiliegen. Die Schlitze, die die Haltezungen von Tragflächen und Höhenleitwerk aufnehmen sollen sind zugelaufen und müssen mühsam aufgefeilt werden. Natürlich sind die Teile nicht immer optimal an den  Spritzrahmen gespritzt. Für welche negativen Überraschungen wird das Modell noch sorgen? Aber nicht alle Eastern Express Kits sind so schlecht.

Sein zweites Modell an diesem Abend war (nicht im Sonderangebot) eine DHC 6 Twin Otter von Mark1 in 1:144. Dieses erfolgreiche Zubringer- und Buschflugzeug wurde zwischen 1965 und 1988 in 844 Exemplaren gebaut. 2007 wurde die  Produktion wieder aufgenommen und seither 146 weitere Twin Otter ausgeliefert. Wie das Original kann das Modell mit Land-, Schneefahrwerk oder Schwimmern gebaut werden. Es wird in mehreren Verpackungen (Decaloptionen) ausgeliefert. Ernsts Ausgabe „In Civilian Skies“ kostete 22€. Gußqualität und Details sind wesentlich besser als bei Eastern Express. Es gibt 4 Decaloptionen, darunter eine deutsche Twotter von General Air. Die Fenster werden aber auch hier nur von Decals dargestellt. Insgesamt wird der Zusammenbau bestimmt einfacher gehen. Allerdings fehlen auch hier Paßstifte für die Rumpfhälften und Haltezungen für die Höhenleitwerke.

 

Robert konnte uns seine fast fertige Gundam Figur von Bandai in 1:144 vorstellen. Gundam und Anime sind in Japan eine wichtige Modellbausparte. Auch nicht gut ausgerüstete Fans wollen sich ansehnliche Figuren ins Regal stellen. Grundsätzlich müssen diese Bandai Bausätze deshalb nicht geklebt werden, aber einige schwereren Komponenten halten natürlich besser mit einem Tropfen Kleber. Gleiches gilt für die Lackierung, weshalb der Bausatz bereits mit Spritzlingen in verschiedenen Farben geliefert wird. Allerdings hat Robert seine Figur natürlich bemalt und Alterungsspuren und Farbabplatzer angebracht. Die Beschriftungen werden leider nur als Sticker geliefert. Wer traditionelle „Naßschieber“ bevorzugt, muß sich diese leider extra kaufen.

 

Stefan hatte uns schon öfter von den Baufortschritten seines Esci Ford Escort MK II berichtet. Der Ford Escort MK II.wurde vom Ford Motorsport Team in der Rally WM eingesetzt von 1975 bis 1979 und erzielte mehrere Siege bei verschiedenen WM Läufen. 1979 Markenweltmeisterschaft für Ford und Fahrerweltmeisterschaft für Björn Waldegard . 1980 zieht Ford sich aus dem Rallyesport zurück und verkauft alle Rallye Escort und Ersatzteile an den Rennstall bzw. Autohändler David Sutton. Das David Sutton Team nimmt 1980 und 1981 mit dem Escort MK II an der Rally WM teil. Ari Vatanen gewinnt damit 1980 die Akropolis Rallye und 1981 die Fahrerweltmeisterschaft. Hauptsponsor in den beiden Jahren ist Rothmans; die Autos sind in Rothmans Farben lackiert und mit Rothmans Schriftzügen „übersät“.

Das Modell stammt ursprünglich von Esci, 1981 aufgelegt als „Ford Escort Rally Gr.4“ als Modell von Vatanens Siegerfahrzeug der Akropolis Rallye 1980. Der Kartoninhalt glich dem Esci „Ford Escort Rally“ von 1979/1980; aber er enthielt  Decals für die Akropolis Variante 1980 mit Rothmans Streifen und Schriftzügen. Geblieben sind die Unzulänglichkeiten wie bei allen Esci Ford Escort Bausätzen: Vordere Kotflügel zu breit, hintere, Kotflügel zu tief über die Räder gezogen. Viele Gussgrate. Fehlende Details in Innenraum, Motorraum und Unterboden. Felgen zu groß im Durchmesser, Reifen breite Slicks (Niederquerschnittsreifen passend zum - falschen – Felgendurchmesser) statt profilierter Schotterbereifung.

Folgende Nacharbeiten standen an:

1. Kotflügelverbreiterungen vorne sowie Frontspoiler schmäler geschliffen.

2. Kotflügelverbreiterungen hinten ausgeschnitten.

3. Innenraumdetails ergänzt.

4. Profilierte Reifen aufgezogen.

Stefan hatte das Modell 1990 schon einmal gebaut und nun wieder zerlegt und neu und verbessert wieder aufgebaut. Lackiert wurde in RAL 9010 von Dupli Color aus der Spraydose. Sehr aufwändig war die Verarbeitung der Decals, besonders die Rothmans Flächen und Streifen. Verwendet wurden hierfür die Decals vom Decalbogen „Rothmans Escort 1981“ von Renaissance, wo nötig angepasst bzw. zurechtgeschnitten und die Lücken mit Farbe ausgemalt. Weitere Decals wie z.B die Akropolis Startnummern stammen vom Decalbogen „Ford Escort 1980 Akropolis 1980“ von Studio27 sowie von DMC Decals. Ein alter Decalbogen von Esci war nach über 40 Jahren nicht mehr zu gebrauchen. Die eingesetzten Fahrerfiguren stammen von GF Models. Helme und Overalls wurden nach Originalfotos bemalt bzw. decaliert. Viele Karosseriedetails wurden hinzugefügt wie Schmutzfänger, Haubenverschlüsse und die Antenne. Der Kühlergrill besteht aus einem mehrteiligen filigranen PE Set statt dem von Esci beigefügten massiven Plastikteil.

Zum Schluss wurde das fertige Modell „artgerecht“ verschmutzt, d.h. in seiner Verschmutzung angepasst an den Einsatz auf Schotter in Griechenland: Staub und aufgewirbelte Erde Verwendet wurden hierbei wieder farblich abgemischte Acryl Farben von Tamiya, die in verschiedenen Stärken mit der Airbrush aufgesprüht wurden, um den Staub auf dem Fahrzeug zu simulieren. Für die gut sichtbaren Schlammspritzer bzw. Erdklumpen wurde Strukturmörtel von Vallejo (Rough Grey Pumice Ground Texture) eingefärbt und mit Pinsel und Zahnstocher aufgebracht.

Dann wurde das Fahrzeug auf eine Dioramenplatte von L’eau Rouge gestellt, die die im Auftrag passend zur Rally gefertigt wurde. So hatte Stefan  es auch auf der Frankfurter Modellauto Ausstellung im Oktober 2023 ausgestellt.

 

 

In den vergangenen Monaten hatte uns Uwe verschiedene Robotfahrzeuge mitgebracht. Bei den heutigen Modellen handelt es sich allerdings nicht um Fahrzeuge sondern eher um Gehzeuge. Die sg. MechatroWeGos sind einsitzige Mecharoboter zur Nutzung durch Kinder. Entwickelt wurden diese „Fahrzeuge“ in den 2040er Jahren durch die Firma Moderhythm. Mit einfachen Funktionen können die WeGos von den Kindern gesteuert werden. Die Kinder betreten den WeGo durch die große, nach oben öffnende Front und stellen sich auf die Bodenplatte, die dann an einem Gelenkarm in den Rumpf einfährt. Der WeGo startet sobald ein Kind sich an die Steuersäule lehnt. Mit Druck auf die Steuersäule bewegt sich der WeGo in die entsprechende Richtung. Mit den Handgriffen an der Steuersäule können die Arme des WeGo bewegt werden. Der stabile Körper des WeGos schützt die Kinder vor Unfällen und kriminellen Übergriffen.Der WeGo hilft den Kindern auch auf ihrem Schulweg durch unwegsames Gelände. Auf den Internetseiten von HobbyLinkJapan sind über 80 WeGo-Bausätze und dazugehörendes Zubehör zu finden. Leider sind derzeit nur etwa 30 Artikel lieferbar.

Die WeGos werden in den Maßstäben 1:12, 1:20 und 1:35 angeboten. Uwes Modelle sind von Hasegawa und mit dem Maßstab 1:20 gekennzeichnet. Mit ihrer absoluten Größe passen die WeGos allerdings gut zu Uwes bekannten Robotfahrzeugen im Maßstab 1:12.

Die Hasegawa-Bausätze bestehen – je nach Spezifikation des WeGos – aus 127 bis bis 138 Teilen. Die Qualität der Bauteile ist einwandfrei. Spachtel.- und Schleifarbeiten sind absolut unnötig, so daß ein Lackieren der durchgefärbten Teile entfallen kann. Bei einem WeGo hat Uwe trotzdem die Bodenplatte und die Steuersäule bemalt. Seiner Meinung nach sieht der Innenraum des WeGos ansonsten zu spielzeughaft aus. Jeder der WeGo-Bausätze beinhaltet eine Kinderfigur im Maßstab 1:20. Entgegen den WeGo-Bauteilen, die aus konventionellem Spritzgusskunststoff bestehen, sind die Teile der Kinderfiguren aus Resin gegossen. Wegen des für ihn nicht passenden Maßstabs wird Uwe die Kinderfiguren nicht bauen. Ein Manko zeigt sich beim WeGo-Sport, der in den japanischen Nationalfarben weiß und rot gehalten ist. Wegen des spoilerartigen Hinterkopfes läßt sich die Stirnpartie nicht nach hinten kippen und blockiert damit den großen Fronteinstieg. Die lilafarbene Version wirkt mit ihrem schwarzen Innenraum nach Uwes Meinung zu düster um für die Nutzung von Kindern geeignet zu sein. Deshalb hat Uwe die Steuersäule weggelassen. Der WeGo wird vielmehr extern gesteuert und meist für Transportzwecke genutzt.